Helmut Theodor Rohner | PORTRÄT

Aktuelles - Leserbriefe 2018

In Leserbriefen nimmt der Autor seit Jahren eifrig Stellung zu Fragen, die in den Medien gestellt werden. Eine Auswahl davon soll hier angeführt werden.

zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2017

zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2016

zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2015

zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2014

zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2013

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zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2011

zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2010

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zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2007 - 2008

zu den Leserbriefen aus dem Jahre 2003 - 2006


Leserbriefe 2018


Unverständliche Abschiebepraxis

Für Dr. Klaus Küng, Bischof von St. Pölten ist die derzeitige Abschiebepraxis der Regierung nicht verständlich und besorgniserregend. Warum werden junge, arbeitswillige Flüchtlinge, die bei uns bereits gut integriert sind, von heut auf morgen abgeschoben? Bischof Küng findet das „sehr bedauerlich“. Er appelliert an Politik und Gesellschaft, „das Augenmaß nicht zu verlieren.“ Diese Kritik äußerte Bischof Küng beim Besuch einer Übergangsklasse mit 18 Schülerinnen und Schülern aus 7 Nationen – der Großteil kommt aus Syrien und Afghanistan – im St. Pöltener Bildungszentrum für soziale Gesundheits- und Sozialhilfe der Caritas. Küng versicherte den anwesenden Jugendlichen, „dass wir Menschen in Not immer helfen.“ Küng erwähnte auch, dass er gerade in den letzten Tagen von mehreren Pfarreien, die Flüchtlinge aufgenommen und liebevoll betreut haben, „Hilferufe empfangen“ habe. Die Helfer/innen sind traurig und verbittert, wenn die Politik ihre wertvolle und aufopferungsvolle Arbeit zerstört und junge Flüchtlinge, die hier eine zweite Heimat gefunden haben, ohne Notwendigkeit in eine ungewisse, ja oft gefährliche Zukunft schickt.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 9. April 2018 (Einsendedatum)


Die „ersten Male“ im Alter

Zu Simone Rinner „Das erste Mal“

Meiner Erfahrung nach ist das Alter das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“ Immer wieder können wir Alten sagen: Das oder jenes ist mir (so) bisher noch nie passiert. Ein kleines Beispiel aus dem Leben: Zu meinem Mittagstisch fahre ich meistens mit dem Rad oder Bus ziemlich weit zum SPAR im Hatlerdorf. Eines Tages hatte ich zum ersten Mal das Geld zu Hause vergessen. Ich bekam trotzdem etwas. Ein andermal merkte ich, dass meine Finger es nicht mehr schafften, das (gut gekochte) Fleisch zu schneiden und ich musste mir ein schärferes Messer in der Küche ausborgen. Wieder etwas später merkte ich, als ich zu essen anfing, dass ich die Zahnprothesen zu Hause gelassen hatte. Beim SPAR sind sie sehr zuvorkommend, doch ich zweifelte, dass sie mir auch passende Zahnprothesen leihen könnten.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief fürs KirchenBlatt, 1. April 2018 (Einsendedatum)


Die Ziele der Mission

Vor kurzem erklärte der Steyler Missionar Franz Helm in einem Gespräch, wie sich die Ziele der christlichen Mission in den letzten 100 Jahren gewandelt haben. Früher ging es darum, die Kirchenmitglieder zu vermehren und die Einzelnen durch Taufe und Bekehrung zum christlichen Glauben vor der ewigen Verderbnis, der Hölle zu bewahren. Heute geht es den Missionaren und Missionarinnen um folgende zwei Ziele: 1. Die Einzelnen sollen eine tatkräftige Hilfe bekommen, damit ihr Leben glücken kann und sie in ihrem Leben einen tiefen, gottgewollten Sinn entdecken. 2. Die ganze Menschheit bzw. die ganze Welt soll dadurch besser, gerechter, würdevoller, friedlicher und heiler werden. Diese zwei Ziele nennen die Theologen „Reich Gottes“. In der Vergangenheit wurde das „Reich Gottes“, das Jesus ankündigte, zu sehr mit der Kirche verknüpft gesehen oder gar mit dieser gleichgesetzt. „Reich Gottes“ gibt es - das haben wir, Gott sei Dank, heute klarer erkannt - in und außerhalb der christlichen Kirchen und auch in und außerhalb der anderen Religionen.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 1. April 2018 (Einsendedatum)


Kommunion für protestantische Ehepartner

Die katholischen Bischöfe Deutschlands wollen konfessionsverschiedenen Ehepaaren die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie ermöglichen. Hintergrund ist der außerordentlich hohe Anteil an solchen Ehen in Deutschland. Grundlage für die Neuerung ist ein Dokument, das zwei verschiedene Kommissionen der Bischofskonferenz erarbeitet haben. Es ist nach intensiven Debatten von einem sehr großen Teil der Bischöfe angenommen worden. Es handelt sich um eine Orientierungshilfe für die Seelsorge. Die Erlaubnis gilt nur in Einzelfällen, wenn der Seelsorger sicher gestellt hat, dass die Betroffenen die katholische Eucharistielehre teilen. Es ist erfreulich, wenn die Mauer gegenüber den Protestanten auch auf diesem Gebiet endlich erste offiziell anerkannte Durchgänge bekommt. Aber es ist traurig, dass die katholische Kirche immer noch meint, sie könne eine solche Entscheidung nicht dem Gewissen der einzelnen Gläubigen überlassen. Erfreulich ist auch, dass es in Deutschland bald ein neues evangelisch-katholisches Gremium geben soll, das Ideen für die Zukunft der Ökumene und für die Verwirklichung konkreter Schritte entwickeln soll.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 1. März 2018 (Einsendedatum)


Sorge um sozialen Frieden

Die von der Regierung angekündigten Millionenkürzungen beim Arbeitsmarktservice (AMS) und weitere Sparmaßnahmen im Sozialbereich wecken bei allen österreichischen Caritas- Direktoren die Sorge, dass damit der soziale Friede nachhaltig gefährdet werden könne. Sie stufen bestimmte Sparpläne der Regierung als „menschlich bedenklich, gesellschaftlich gefährlich und wirtschaftlich widersinnig“ ein. Sie geben zu bedenken, dass man nicht teurer sparen könne als bei den armutsbetroffenen Menschen. Und sie warnen vor einem Anstieg der Alters- und Kinderarmut in Österreich. Der jetzigen Regierung werfen sie vor, sie demontiere schrittweise den Sozialstaat. Und sie stellen schließlich fest: „Eine starke Gesellschaft wie die unsere, hat auch eine besondere Verantwortung für die Schwächsten.“ Caritas-Präsident Landau und die 8 diözesanen Caritas-Direktoren sind keineswegs allein mit diesen Sorgen. Viele von uns sind einer Meinung mit ihnen.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 7. März 2018 (Einsendedatum)


Weltgebetstag der Frauen

Heuer wir der Weltgebetstag der Frauen weltweit in rund 170 Ländern, in Österreich in etwa 370 und in Vorarlberg in 13 Pfarreien und Gemeinden am Freitag, den 2. März gefeiert. Den Gottesdienst vorbereitet haben diesmal die Frauen von Surinam, dem kleinsten Land Südamerikas. Heute noch sind 90 % des Staatsgebietes Regenwald und somit ein Paradies für 1000 Baumarten und 715 Vogelarten. Doch auch dort gibt es Menschen, die die Natur und die Mitmenschen, besonders die Frauen und Mädchen, rücksichtslos ausbeuten. Deswegen liegt der Hauptakzent des Gebetes und der finanzierten Projekte auf der Achtung und Wertsschätzung aller Geschöpfe Gottes. Der Weltgebetstag der Frauen wird ökumenisch gefeiert und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Doch schon vor 91 Jahren, am 4. März 1927 überschritt er erstmals die Grenzen der USA. Unterstützt werden heuer 13 Projekte in 11 Ländern, davon zwei in Surinam selbst, wie ein „Frauentaxi“ oder eine Anlaufstelle für Mädchen und junge Frauen in Schwierigkeiten. Und wer es immer noch nicht wissen sollte, dem verrate ich hier: Bei den Gottesdiensten am 2. März sind Männer genauso willkommen wie Frauen.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 9. Februar 2018 (Einsendedatum)


Bischof Kräutler ist begeistert

Bischof Erwin Kräutler nahm am Papstgottesdienst in Puerto Maldonado/Peru teil, wo der Papst rund 4.000 Vertretern von über 20 Völkern und Volksgruppen Amazoniens zurief: „Wehrt euch gegen kulturelle Uniformierung!“ Kräutler zeigte sich begeistert: Der Papst sprach wirklich von den Themen, die unsere Herzen bewegen. Indigene Völker haben eine Botschaft an die ganze Welt: die Fähigkeit der Menschen, in Harmonie mit Gott, mit den andern, aber auch mit der Umwelt zu leben. Das Blut der indigenen Völker, das zum Himmel schreit, bekommt in Papst Franziskus eine Antwort der Liebe, der Zärtlichkeit und einer Unterstützung für das Überleben dieser Menschen, nicht nur kulturell, sondern auch physisch. In Bezug auf die kommende Amazonas-Synode meint Kräutler: „Der Papst sagte mir, dass er mutige Antworten von den Bischöfen erwartet. Und ich denke, dass die Synode für den Amazonas ein geeigneter Moment wird, um diese mutigen Vorschläge zu präsentieren.“

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 1. Februar 2018 (Einsendedatum)


Ermutigung

Auf seiner 6. Lateinamerika-Reise nach Chile und Peru legte der Papst wie immer seinen Finger auf die Probleme, Missstände und Nöte der dortigen Menschen. Er sagte z. B., die indigenen Völker Amazoniens seien wahrscheinlich „noch nie derart bedroht wie sie es heute sind“. Aber in erster Linie wollte er allen Ermutigung zur Hoffnung vermitteln. Die Bischöfe forderte er auf, wagemutiger zu sein und die Missstände anzuprangern. Den Priestern riet er, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und über sich selbst lachen zu lernen. Die kontemplativen Ordensfrauen bat er, in ihrem Gebet die Gefangenen, Flüchtlinge, Verfolgte, verwundete Familien, Arbeitslose, Arme, Kranke und Suchtopfer“ mitzutragen. Den Jugendlichen rief er zu: „Gebt nicht auf! Verliert die Hoffnung nicht!“ „Wenn Jesus uns ansieht, fragt er nicht, wie perfekt wir sind, sondern er denkt an all die Liebe, die wir im Herzen haben.“ Alle erinnerte Papst Franziskus daran, dass Jesus eine Bewegung der Hoffnung begann. Wir sind alle Teil eines großen und langen Lebensstromes, den Gott seit langem mit der Menschheit geht. In diesem Strom kam die Frohbotschaft der Liebe bis zu uns, damit wir sie als Gegenmittel gegen die Gleichgültigkeit einsetzen.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 22. Januar 2018 (Einsendedatum)


Verheiratete Priester bereits 2019

Die Amazonas-Bischöfe werden auf ihrer Synode 2019 die Weihe von verheirateten Männern zu Priestern beschließen und der Papst wird ihnen Rückendeckung geben. Das wird dann andere unter Druck setzen, dasselbe zu tun. Das und einiges mehr vermutet der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner. Aus der Überwindung des Zentralismus ergebe sich eine „Revolution“, wenn Rom bereit sei, in die Schule der Regionen, Kontinente und Bischofskonferenzen zu gehen. Auch der nächste Papst werde voraussichtlich ein Nicht-Europäer sein. Laut Zulehner mutet Papst Franziskus der Kirche zu, dass sie pastoraler wird, indem sie nicht mehr Gesetze und Sünden in den Mittelpunkt stellt, sondern versucht, die verwundeten Menschen zu heilen. Sozialer sei die Kirche durch Franziskus geworden, indem sie nicht nur den Einzelnen hilft und deren Rechte verteidigt, sondern eine Sozialpolitik zur Überwindung der Armut fördert und fordert.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 8. Januar 2018 (Einsendedatum)


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