Helmut Theodor Rohner | PORTRÄT

Leserbriefe

In den Leserbriefen hat der Autor jahrelang Stellung bezogen zu Fragen, die in den Medien gestellt wurden. Mit der Zeit wählte er jedoch die Themen immer stärker selber aus.

Leserbriefe 2021

Zu KiBl 14.1.21

Fegefeuer und Ablass

Als Ministrant im Hatlerdorf konnte ich das „Fegefeuer vom Hatlerdorf“ während der Gottesdienste ausgiebig betrachten. Ein liebliches, feierliches und majestätisches Bild. Das schöngemalte Flammenmeer macht die Gläubigen nicht sich krümmend vor Schmerzen, sondern nur fromm, betend. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Bild einen Künstler in seinen Bann ziehen kann. Ich finde jedoch schade, dass hier falschen Glaubensvorstellungen von Gott und vom Übergang in das andere Leben Vorschub geleistet wird.
Der Artikel „Ablass ist ein Angebot“ (in derselben Nummer)passte da gut dazu. Da wird der Eindruck erweckt, die Lehre vom Ablass sei etwas Gutes, für moderne Christen Akzeptables und Verständliches. Das ist sie nun wirklich nicht. Die „Sündenstrafen“ meinten und meinen die Strafe Gottes, d.h. das „Fegefeuer“, nicht irgendwelche Folgen der Sünde hier auf Erden.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief fürs Kirchenblatt, 15. Jänner 2021 (Einsendedatum)


Wer ist Pater Kofi?

Pater Kofi Kodom (51) ist der in Ghana geborene Steyler, der vor 20 Jahren als Erster als Missionar nach Europa wollte. Er spricht deutsch, englisch und französisch und zwei afrikanische Sprachen, nämlich Suaheli und Twi. Wichtige Stationen seines Wirkens waren Traiskirchen, Wien und Vorarlberg. Im Erstaufnahmelager Traiskirchen betreute er anfangs hauptsächlich Neuankömmlinge. In Wien initiierte er die Schubhaftseelsorge, weil diese neben den Gottesdiensten fehlte. Als er 2015 in die Moosmahdstrasse nach Dornbirn kam, ernannten ihh die Diözese und die Caritas zum ersten Migrantenseelsorger Österreichs. Vor kurzem kehrte er nach Ghana zurück. Manches sei ihm in Österreich schwer gefallen: der „Kulturschock“, die unbekannte Sprache, die ungewohnten Speisen und die tiefen Temperaturen. Doch noch mehr setzte ihm die Fremdenfeindlichkeit und der Rassismus zu. Sein trostloses Resumée lautet: Als Afrikaner bin ich wegen meiner Rolle als Priester in Österreich akzeptiert, nicht aber als Mensch. In den Schulen, bei Diskussionen und in Vorträgen versuchte er, die Vorurteile gegenüber Fremden abzubauen. Ich frage mich manchmal, ob wir die Präsenz der Steyler Missionare bei uns genügend zu schätzen wissen. Sie haben interessante Leute mit z. T. neuartigen Aufgaben. Laut P. Kofi ist das Charisma des Steyler Ordens das an die Grenzen gehen.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 13. Jänner 2021 (Einsendedatum)


Vatikan und Deutsche

In der Jänner-Nummer der „Herder Korrespondenz“ gibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bätzing ein ausführliches Interview über seine Reformwünsche für die katholische Kirche: Eine andere Haltung zu den Homosexuellen im Katechismus, eine kirchliche Segnung für Paare, die nicht katholisch heiraten können, Diakonatsweihe für Frauen, offene Debatte über Priesterweihe eventuell auch für Frauen, mehr Verkündigung durch Laien, auch Frauen, in der Eucharistie, unabhängige und transparente Aufarbeitung des Missbrauchskandals, dezentralere Entscheidungen bei der Pfarr- und Diözesanentwicklung, mehr Freiraum für die Ortsbischöfe und die Ortskirchen. Dabei stellt er fest, dass im Vatikan Vorbehalte bestehen gegenüber „uns Deutschen und der Art und Weise, wie wir Dinge angehen.“ Die deutschen Bischöfe werden auch nicht rechtzeitig informiert, was am .Laufen ist und werden dann mit fertigen Papieren überrascht, in denen ihnen vorgeschrieben wird, woran sie sich halten müssen. So geschehen in letzter Zeit bei der Pfarr-Reform, bei dem Reform-Projekt „Synodaler Weg“ und bei der ökumenischen Erlaubnis zwischen Katholiken und Evangelischen in Deutschland, an der Abendmahlsfeier oder Eucharistiefeier der jeweils anderen Konfession teilnehmen zu dürfen. Diese Erlaubnis hatte Bischof Bätzing auch selbst unterschrieben, aber niemand teilte ihm, als er persönlich im Vatikan war, mit, dass der Vatikan schwere Bedenken dagegen hat.

Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn
Leserbrief, 3. Jänner 2021 (Einsendedatum)


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